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 Der Heimatschutzverein Montafon ist Trägerverein der Montafoner Museen und betreibt das Heimatmuseum Schruns, das Tourismusmuseum Gaschurn und das Bergbaumuseum Silbertal. Die Einrichtung und Betreuung der Museen und des Montafon Archivs in Schruns gehören neben vielen Projekten zur weiteren Geschichte des Montafons und neben einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm zu den wichtigsten Aktivitäten. Heute zählt der Verein rund 700 Mitglieder und gehört zu den am stärksten wachsenden kulturellen Vereinigungen das Landes. Der Verein gibt zahlreiche Publikationen heraus, wie die Jahresberichte, die Montafoner Schriftenreihe, die Sonderbände zur Montafoner Schriftenreihe und die kulturhistorischen Wanderwege Montafon.
Mensch & Berg Eine faszinierende Welt zwischen Last und Lust. 4 Ausstellungen zu einem Thema in den Montafoner Museen im Sommer 09. Ein Projekt vom Heimatschutzverein Montafon und den Montafoner Museen Der Montafoner Ausstellungssommer 09 steht im Zeichen der Beziehung zwischen Mensch und Berg – es ist eine vielseitige und vor allem leidenschaftliche Beziehung! Das gemeinsame Interesse aller 4 Ausstellungen gilt der Frage, wie sich Menschen diesem Lebensraum genähert haben, wie sie ihn gesehen, erlebt und dargestellt haben. Die Erzählbilder stammen von Bergsteigern und Bergbewohnern ebenso wie von Künstlern und Forschern. Darunter ist die schillernde Persönlichkeit eines Geistlichen mit ausgeprägter Liebe zu Gesang und Gipfeln ebenso wie eine Ethnologin mit forschendem Interesse für Spielzeugtiere von Bergbauernkindern. Darunter sind Künstler mit reizvollen Zeichnungen und Aquarellen ebenso wie Zeitzeugen mit ihren Erzählungen von unvergesslichen Bergerlebnissen. Die Ausstellungen bieten Hörabenteuer, Schauerlebnisse und Kunstgenuss. Ergänzend dazu erscheint eine Publikation mit vertiefenden Beiträgen zur Beziehungsgeschichte zwischen Mensch und Berg. Ganz besonders zu empfehlen sind die Angebote eines vielfältigen Rahmenprogramms mit thematischen Wanderungen, Workshops, Exkursionen, Hüttenabenden. Projektpartner ist der Österreichische Alpenverein Bezirk Montafon, der sein 125-Jahr-Jubiläum feiert. Bartholomäberg, Frühmesshaus Welche Aussicht! - Bergpanorama und Hausgeschichte als Schauerlebnis Das Frühmesshaus auf Bartholomäberg bietet sich an, von hier aus den Blick über die Montafoner Bergwelt schweifen zu lassen. Dieser authentische Blick, von Vallüla bis Zimba, wird in Beziehung zu einem historischen Gebirgspanorama gesetzt. Ein solches hat der populäre Schweizer Panoramenmaler Johann Müller-Wegmann im Jahr 1878 bei einem Gasthausbesuch auf Bartholomäberg gezeichnet. Der Ausstellungsort für diese kleine aber feine Gebirgszeichnung bietet eine einmalige Chance, dieses wertvolle Baudenkmal für zukünftige Projekte zu adaptieren und für eine Thematisierung der Montafoner Kulturgeschichte zu etablieren. Zuvor jedoch ist das Haus im heurigen Sommer sozusagen im „Rohzustand“ begehbar und anhand seiner architektonischen Details auch baugeschichtlich lesbar. Öffnungszeiten : 07.06.-31.10.09: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Preis : € 3,-- - Eintritt frei für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) - Gruppenführungen gegen Voranmeldung jederzeit möglich. Montafon Heimatmuseum Schruns Das Heimatmuseum befindet sich am Kirchplatz in einem über 500 Jahre alten rätoromanischen Haus, dem ehemaligen Sitz der Bergrichter. Es beherbergt altes Kulturgut aus dem ganzen Tal und informiert über die Lebensweise der Montafonerinnen und Montafoner. Das Museum besteht seit 1906. Bergbilder . - Malerei, Fotografie, Literatur und Erinnerung Der Ausstellungsort Schruns gewährt Einblick in unterschiedliche Rezeptionsformen von Bergerfahrung und Bergbegeisterung. Welche Bilder brachten Maler, Literaten, Fotografen und passionierte Bergsteiger zurück, von ihren überwältigenden Eindrücken am Berg? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung im Heimatmuseum in Schruns. Der wohl populärste Bergmaler des Alpenraums, Edward Theodore Compton, veranschaulicht mit ausgewählten Bildern (von Montafoner Bergen natürlich) den künstlerisch anspruchsvollen Blick ins Gebirge. Ein Direktvergleich mit dem ein halbes Jahrhundert hier wirkenden Münchener Malerprofessor Mathias Schmid bietet reizvolle Vergleichsmöglichkeiten. Die Gegenüberstellung vermittelt vor allem eine sich rasch wandelnde Sicht- und Darstellungsweise in der Frühzeit des Alpinismus. Karl Blodig wiederum, dessen Geburtstag sich im Projektjahr zum 150. Mal feiern lässt, ist mit seinen episch-dramatischen Schilderungen zu Montafoner Bergerlebnissen vertreten. Den sprachlich üppigen Werken Blodigs wiederum werden frühe Gebirgsfotografien aus dem Montafon – teils ergänzend, teils kontrastierend – gegenüber gestellt. Komplettiert werden die bildhaften und sprachlichen Bergimpressionen durch heute lebende Montafonerinnen und Montafoner mit ihren bergsteigerischen Erfahrungsschätzen. Diese Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen an Hörstationen von persönlichen Erinnerungen an ihre markantesten Gebirgserlebnisse. Öffnungszeiten : 04.06.-31.10.09: Dienstag bis Samstag, 10-18 Uhr Preis : € 5,-- - Eintritt frei für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) - Gruppenführungen gegen Voranmeldung jederzeit möglich. Montafoner Tourismusmuseum Gaschurn Zwischen Valeu und Vallüla. - Ein Leben für den Berg, die Musik und das Seelenheil Franz Josef Battlogg – ein Geistlicher als Berg- und unangepasster Kulturpionier in Gaschurn. Seine Geschichte ist geprägt von Bergleidenschaft und Musikbegeisterung. Das historische Frühmesshaus im Dorfzentrum bietet Gelegenheit, diese schillernde Persönlichkeit im Hause seines Wirkens (als Pfarrer) lebendig zu erzählen. Dem Valeu (ob Bartholomäberg) galt sein Heimweh, der Vallüla (ob Gaschurn) galt seine Liebe. Die Bergleidenschaft führte den Seelsorger auf unzählige Gipfel, während sein musikalisches Schaffen die Aufführung sakraler Werke von herausragender Qualität ermöglicht hat. Die schillernde Figur dieses lange in Vergessenheit gebliebenen Dorfgeistlichen findet mit dieser Ausstellung eine späte Würdigung – im Haus seines damaligen Wirkens. Im Rahmen dieser heurigen Ausstellung soll das Frühmesshaus – deutlicher als bisher – auch seine traditionelle Wohnarchitektur in beeindruckender Authentizität wieder zeigen. Für das Frühmesshaus in Gaschurn bietet also diese Ausstellung eine einmalige Chance, das außerordentlich atmosphärische Objekt für die Zukunft neu zu definieren, zu erproben und zu nutzen. Öffnungszeiten : 14.06.-31.10.09: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Preis : € 3,-- - Eintritt frei für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) - Gruppenführungen gegen Voranmeldung jederzeit möglich. Montafoner Bergbaumuseum im Silbertal Kind und Kuh. - Kleine Zeugnisse der kargen Kultur des Berglebens, aus der Sammlung Eugenie Goldstern Eugenie Goldstern warf einen wissenschaftlichen Blick in die Bergwelt. Sie lebte und forschte als Ethnologin in hochalpin gelegenen Kleinstsiedlungen. Dort wohnte sie jahrelang mit bäuerlichen Familien zusammen. Ausgewählte Objekte aus ihrer persönlichen Sammlung gewähren Einblick in eine archaisch-karge Hochgebirgswelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gleichzeitig legt die kleine Schau Zeugnis ab von einem tief verwurzelten Kulturbewusstsein dieser Menschen am Berg. Getragen von höchstem Respekt, lebte Eugenie Goldstern inmitten dieser Bergmilieus. Dabei sammelte sie Einsichten und Erfahrungen zu dieser exponierten Lebensform, sammelte aber auch materielle Zeugnisse davon. Die kleine Schau in Silbertal zeigt einfachstes Spielzeug, das in den bäuerlichen Familien für die eigenen Kinder hergestellt worden ist. In deren Schlichtheit ist eine ganze Lebenswelt eingeschrieben, und diese wurde dank Eugenie Goldsterns Wirken auch für uns „Heutige“ lesbar. Die eigentliche und letztlich tragische Lebensgeschichte Eugenie Goldsterns ist unmittelbarer Anlass, für diese Ausstellung. Als Forscherin, als Frau und ihrer jüdischen Herkunft wegen, war Eugenie Goldstern zeitlebens Ausgrenzungen und Anfeindungen ausgesetzt. Die Geschichtswerkstatt Silbertal hat dieser Frau in Sobibor, am Ort ihrer Ermordung, ein bleibendes Gedenken gewidmet. Ergänzend dazu mag die kleine Schau das Lebenswerk Eugenie Goldsterns in bescheidenem Rahmen würdigen. Gleichwohl vermag das Kinderspielzeug dieser Ausstellung ein kleines Fenster zu öffnen, in die Kargheit des kulturellen Reichtums am Berg. Öffnungszeiten : 10.06.-31.10.09: Dienstag bis Samstag, 15-18 Uhr Preis : € 3,-- - Eintritt frei für Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre) - Gruppenführungen gegen Voranmeldung jederzeit möglich.
Historische Führung in der Bergknappenkapelle St. Agatha im Silbertal Führungen mit Adolf Zudrell sind täglich auf Anfrage im Panoramagasthof Kristberg möglich, Tel. +43 www.kristberg.at Wintersportausstellung "Einst und Jetzt" in Tschagguns Die Orte Schruns und Tschagguns zählen zu den ältesten Wintersportorten in den Alpen. Dementsprechend hat der Wintersport im Montafon eine rasante Entwicklung durchgemacht. Dies wird vor allem durch die von Helmut Marent über Jahrzehnte zusammengetragene Sammlung deutlich, die nun erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Wintersportgeräte verschiedenster Art und Entwicklungsstufen stehen neben den großen Namen Montafoner Rennläufer vergangener Zeiten. Wasser-Erlebnisstollen Vermunt "Gustav" die sprechende Lokomotive und Simulator zur Stollensprengung Der Wasser-Erlebnisstollen Vermunt führt von der Pforte in Trominier durchs Berginnere zur Staumauer des Vermuntsees. Ausgangspunkt ist die Vermuntbahn in Partenen. Mit der Seilbahn fährt man auf rund 1.700 m Höhe zur Bergstation Trominier. Dort befindet sich der Eingang zum 1,5 Kilometer langen Wasser-Erlebnisstollen mit einer faszinierenden und ungewöhnlichen Felskulisse. |